Ortskundliche Sammlung Dürnten

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Das Dürntner Gemeindehaus ist 200 Jahre alt!

1822 wurde das Gemeindehaus an der Rütistrasse 1 gebaut.

Unser Gemeindehaus hat eine wechselvolle Geschichte: Es war Doktorhaus, Fabrikantenvilla und auch Wohnsitz des Gemeindeschreibers.

Bis 1821...

 

stand an Stelle des heutigen Gemeindehauses eine Scheune. In der Mauer um den ehemaligen Friedhof bei der Kirche befand sich das erste Schulhäuschen. Dieses war anstelle des ehemaligen Beinhauses gebaut worden. Die Scheune wurde abgerissen, um einem neuen Haus Platz zu machen.

1822... 

bezog Dr. Zollinger sein neu gebautes Haus an der Rütistrasse 1. Er hatte zuvor schon einige Jahre im Hinterdorf praktiziert. Dr. Zollinger war auch Politiker. Als liberaler Grossrat war er bei Schaffung der neuen Zürcher Kantonsverfassung von 1830 massgeblich beteiligt. Diese brachte der Landbevölkerung lang ersehnte Rechte und mehr Gewicht gegenüber der Stadt. 

1842..

 

verkauften Zollingers Erben das Haus an dessen Nachfolger, Dr. Johannes Hotz. Der gebürtige Dürntner wurde durch die Heirat mit einer reichen Erbin zum Millionär – damals eine Seltenheit! Hotz war im Dorf bei Jung und Alt beliebt und beschenkte die Gemeinde reich, zum Beispiel mit vier neuen Zifferblättern am Kirchturm und schliesslich auch noch mit einem richtigen Schulhaus, dem heute noch benutzten Schuepis. (Auf dem Bild das Gebäude im Vordergrund rechts)

1891..

zog der Seidenfabrikant Bosshard - Bühler ins Doktorhaus. Er liess auf der Rückseite einen Anbau mit noblem Türmchen anbringen. Das verlieh dem neuklassischen Bau im parkähnlichen Garten einen schlossähnlichen Glamour.

Die Seidenfabrik Bosshard - Bühler. Im Hintergrund Rosenau und Sennweid.

1921...

veräusserte die verwitwete Frau Bosshard das Anwesen der Gemeinde, welche dafür 45'000 Franken bezahlte. Im Parterre entstand die Kanzlei. Im ersten Stock wohnte der erste Gemeindeschreiber, der sein Büro nicht mehr im eigenen Haus bereitstellen musste. Er hiess Jost Menzi, war aus dem Glarnerland eingewandert und versah das Amt des Gemeindeschreibers während 25 Jahren.

1946...

Gemeindeschreiber Ernst Kägi wohnte nicht im Gemeindehaus.
Daher wurde dort der erste Stock zu Büro- und Sitzungszimmern umgebaut. Während einer späteren Renovation wurde beim rückwärtigen Anbau das Türmchen entfernt.

1990...

konnte das neue Gemeindehaus bezogen werden. Vorher hatte man sich für einige Jahre mit einer Baracke behelfen müssen.

Gemeindehaus I rechts, Gemeindehaus II von 1990 links

Gemeindehaus I links, Gemeindehaus II von 1990 rechts, davor die aktuellen Containerbüros

Und jetzt...

ist die Gemeinde weitergewachsen. Auf der Gemeindekanzlei braucht es wieder mehr Platz…

«D’Chile mues im Dorf bliibe!» ist eine Schweizer Redensart und bedeutet «Lasst uns beim bewährten Alten bleiben!» Gilt das auch für das Gemeindehaus? Für die Lösung des Dürntner Raumproblems stehen zwei Lösungen zur Diskussion: Die Erweiterung der Gemeindekanzlei durch einen Neu- oder Umbau in der Nachbarschaft und eine Aufstockung des FeuerWerkWasser – Gebäudes an der Tanner Nauenstrasse, wofür sich 2020 eine Mehrheit der Stimmberechtigten ausgesprochen hat und für die eine Machbarkeitsstudie erarbeitet wird.
An der Gemeindeversammlung vom kommenden Dezember wird über den Projektierungskredit abgestimmt werden.

Das Projekt Neubau Gemeindehaus nimmt Formen an

Gebäudeteil rot unten: Bisheriges FeuerWerkWasser-Gebäude in Tann mit bestehender Tiefgarageneinfahrt.

Gebäudeteil gelb: Machbarkeitsstudie Aufstockung mit Kopfbau.

Abstimmung über Projektierungskredit an der Gemeindeversammlung vom 01.12.22.