Ortskundliche Sammlung Dürnten

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Die Geschichte der Schule Dürnten 

Vom 28. August bis zum 30. September findet im Tanner Hänleinschopf eine Ausstellung über das Schulwesen in der Gemeinde Dürnten statt: Gegenstände und Dokumente aus der Ortskundlichen Sammlung erzählen davon, wie und was man in vergangenen Jahrhunderten gelehrt und gelernt hat. Ergänzt wird dieser Rückblick durch einen Einblick in die aktuelle Schulplanung.

In der «Kinderecke» der Ortskundlichen Sammlung steht eine Schulbank, die bestimmt schon mehr als hundert Jahre alt ist. Das eingelassene Tintenfässchen an beiden Plätzen erinnert an schwierige und schmierige erste Versuche, die «Schnüerlischrift» in den Griff zu kriegen. Trat am Morgen der Lehrer ins Schulzimmer, mussten die Kinder aufstehen. Damit das ging, gab es in der Tischplatte ein Scharnier um «aufzuklappen». Bei dreissig oder mehr Schülerinnen und Schüler setzte dann ein polterndes Geräusch ein, welches durch die Klassenfrechdachse immer noch ein wenig übertrieben wurde. Auch beim Antworten in der Stunde musste man sich erheben und stehen bleiben, bis das erlösende «Setz dich!» des Lehrers ertönte.

Schulmaterial, das man vielleicht noch kennt

Wer hat wohl alles einmal in dieser Bank gesessen? In welchem Schulzimmer der Gemeinde stand das Möbel? Wer hat dort unterrichtet? Man weiss es nicht. Es ist auch nicht bekannt, wem die Theks aus Segelstoff und braunem Leder gehörten. Abgenutzt sind sie, denn früher musste so ein Tornister mindestens sechs Jahre seinen Dienst leisten. Ihrem Format nach wurden in ihnen wohl Bücher und Hefte, aber noch lange keine Ordner herumgetragen. Was hingegen eine Botanisierbüchse war, wissen heute viele Leute nicht mehr.

Dadurch, dass der Hänleinschopf zwischen dem alten Tanner Feuerwehrdepot und dem Tannenbühlschulhaus jetzt leer ist, wurde es möglich, anlässlich der Ausstellung «Geschichte der Schule Dürnten» solche alten Gegenstände aus dem Fundus der Ortskundlichen Sammlung einem breiteren Publikum zu präsentieren. Dazu kommen viele Dokumente, Bilder und Texte. Man erfährt die Geschichte der Schulhäuser in Dürnten, Tann und Oberdürnten. Schon lange vor deren Entstehung wurden in der Gemeinde das ABC geübt und religiöse Texte gelesen. Ein Grundsatz der Reformation war es ja, dass «nur das Wort» (der Bibel) gelten solle und dass diese nicht mehr in Latein, sondern in Deutsch geschrieben sein müsse. Die Leute mussten also lesen können!

Man schickte die Kinder zum Pfarrer oder zum «Schulmeister», wo sie dann in dunkeln Stuben eng gedrängt beisammensassen und wohl nicht immer leicht zu bändigen waren…

Erst durch die Gründung des Lehrerseminars Küsnacht wurde es möglich, Pädagogen auszubilden. Ab den 1830er Jahren begannen die ersten Lehrer im Kanton zu wirken. Sie verlangten geeignete Schulräume; die Schulhäuser entstanden überall, auch auf dem Land.

Blick zurück und voraus

In der Gemeinde Dürnten gab es immer wieder Lehrer, die interessante Lebensläufe aufwiesen oder Besonderes leisteten. In Dürnten unterrichtete zwischen 1856 bis 1862 ein Wilhelm Benjamin Hanff; er kam aus Berlin ins Zürcher Oberland. Von ihm existiert noch immer eine Zeichnung von unserem Dorf. «Die Geschichte der Schule Dürnten» zeigt ein paar Porträts solch interessanter Lehrerpersönlichkeiten: Darunter einen einst weltberühmten Schriftsteller, einen Rückkehrer aus Russland, der dort nach der Revolution eine Schule aufgebaut hatte, oder die engagierte erste Sonderschullehrerin der Gemeinde.

Der stete Wandel der Volksschule wird auch sichtbar im Kindergarten und in der ehemaligen «Arbeitsschule» für Mädchen, die sich zum koedukativen «Werken» entwickelt hat.

Ein Teil der Ausstellung widmet sich den Schülerzahlen, die immer wieder nach mehr Schulraum rufen. Für die Schule Bogenacker/Tannenbühl wird momentan geplant; die bisher veröffentlichten Unterlagen werden ebenfalls präsentiert.

Die Betreuer der Ortskundlichen Sammlung freuen sich über den Besuch von allen Interessierten, ob sie noch aktiv lernen oder lehren oder sich daran erinnern.

 

Wir sammeln

Wir sammeln Gegenstände, Bilder und Dokumente, die zeigen, wie die Menschen in Dürnten lebten. Nicht das besonders kostbare Objekt interessiert uns, sondern all jene Sachen, die zeigen wie hier gelebt wurde und die im Laufe der Zeit aus dem Alltag verschwunden sind oder bald verschwinden werden. Seien es Haushaltgegenstände, Küchengeräte, Werkzeuge oder Dinge, die eher Abstraktes symbolisieren wie Zeugnisse, Schulhefte, Ehrungen oder Briefe. Wir freuen uns auch über Fotos mit Dürntner Landschaften oder Personen. Wichtig bei Allem ist, dass es etwas mit Dürnten zu tun hat. Die Sachen sollen in Dürnten hergestellt, gebraucht oder für eine Person aus Dürnten eine wichtige Funktion gehabt haben. Besonders wertvoll ist, wenn wir die ganze Geschichte eines Gegenstandes erfahren. Bitte melden Sie sich, wenn Sie uns etwas übergeben möchten. Vielen Dank.